Wasser- und Strom im Dorf Polan

Wasser- und Strom im Dorf Polan

Im Rahmen der Veranstaltungen sowie durch den Erlös aus dem Verkauf der ausgestellten Bilder konnten wir die Provinzstadt Polan an der Landesgrenze zu Pakistan an das städtische Licht- und Wasserversorgungsnetz anschließen. Dies ist für die Einwohner des Dorfes, egal ob alt oder jung, ein Zeichen der Hoffnung und des Weitergehens und dass es eine Zukunft gibt. Derzeit sind weitere Projekte in Vorbereitung, um Dörfer in Beluchestan mit sauberem Wasser und Strom zu versorgen.

Die folgenden Bilder zeigen, wie die Kinder das erste Licht durch Elektrizität in ihren Behausungen bewundern. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns die Vollbringung dieses kleinen Wunders ermöglicht haben.

Copyright von Bildern liegt unter der Verantwortung des Projektleiters Herrn Hadi Mokhtarian

Reisebericht des Projektleiters, Fotojournalist Herr Hadi Mokhtarian:

Ende letzten Jahres habe ich eine Ausstellung in München organisiert, mit dem Ziel, durch die gewonnenen Erträge das Dorf, deren Bewohner ich vor drei Jahren fotografiert hatte, mit fließendem Trinkwasser zu beliefern. Bei diesem Vorhaben habe ich sogar den Anschluss des Dorfes an das Elektrizitätsnetz erreichen können.

Am 28.04.2019, nachdem ich eine Entfernung von 1800 Kilometern zum Belutschistan zurückgelegt hatte und weitere 75 Kilometer von Chabahar in Dashtiari, habe ich das Dorf erreichen können und dort gemeinsam mit einem Dorfbewohner die entsprechenden Materialien wie 700 Meter Wasserleitung, 800 Meter Stromkabel, Schalter und Mengen an Baumaterial eingekauft und zum Dorf geliefert. Es wurde dann mit den Arbeiten begonnen. Nach nur 48 Stunden waren wir dann in der Lage, die ersten Lampen einzuschalten und den Dorfbewohnern somit zum ersten Mal Helligkeit durch elektrisches Licht in ihre dunklen Nächte zu bringen.

Samad Behrangi, ein iranischer Dichter und Autor, sagte: „Egal wie hell es ist, es ist endlich hell.“

Danach wurde die Wasserleitung zum 700 Meter entfernten Trinkwassertank verlegt. Ich hoffe, dass ich in der nahen Zukunft die Anzahl der Trinkwassertanks verdoppeln kann. Diese werden mit dem in drei Tagen der Woche verfügbaren Leitungswasser befüllt und dienen als Wasservorrat für die Dorfbewohner.

Mein Ziel aber während dieser dreijährigen Zeit, angefangen mit dem Fotografieren bis hin zur Ausstellung, war noch größer. Mein Ziel ist die Dokumentarfotografie in einer weit größeren Dimension darzustellen. Die Kunst hat die Aufgabe, die Horizonte einer Gesellschaft zu erweitern und Einfluss auf das Publikum auszuüben. Die Fotografie dient quasi als ein Spiegel, der die Nöte der armen Menschen widerspiegelt. Die Kunst hat in meinen Augen keinen Sinn, wenn sie nicht die Fähigkeit besäße, Änderungen hervorzurufen. In der Kunst der Fotografie, die jeder anders und für sich beurteilt, ist ein Bild nach Roland Barth ein aggressives Element, nicht, weil es teilweise gewalttätige oder „unschöne“ Dinge zeigt, sondern weil es in einer dominanten Weise das „Sehen“ herausfordert und keine Wahrheit leugnet.